„Die zwei Wochen Abu Dhabi waren das Beste in meinem Leben“, schreibt Alessandro Gambuzza kurz nach seiner Rückkehr. Gemeinsam mit 162 Athletinnen und Athleten aus Deutschland reiste der Roller Skater zu den World Summer Games von Special Olympics. Die vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) offiziell anerkannte Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung war erstmals mit ihren Weltspielen im arabischen Raum. Im Jahr 1968 durch Eunice Kennedy-Shriver, einer Schwester von US-Präsident John F. Kennedy ins Leben gerufen, ist Special Olympics heute mit nahezu 5 Millionen Athleten in 170 Ländern vertreten.
Das Ziel von Special Olympics ist es, Menschen mit geistiger Behinderung durch den Sport zu mehr Anerkennung, Selbstbewusstsein und letztlich zu mehr Teilhabe an der Gesellschaft zu verhelfen. Special Olympics Deutschland versteht sich gemeinhin als Inklusionsbewegung.

Die deutsche Delegation war mit insgesamt 229 Personen so groß wie nie zuvor. 163 Sportlerinnen und Sportler wurden von Trainern, Medizinern, Fotografen und weiteren Mitarbeitern der Special Olympics Geschäftsstelle in Berlin begleitet. Entsendet und finanziell unterstützt wurde das Team durch das Bundesministerium des Innern.

Unter den 24 Sportarten war auch Inline Speedskating mit der Bezeichnung „Roller Skating“ dabei. Neben Alessandro Gambuzza waren Mandy Bauer, Stefanie Lutz und Marcel Matzat auf Inlinern unterwegs. Selbstverständlich ist die Wahl des Sportgerätes allerdings nicht, einige indische Athletinnen und Athleten gingen mit Quads an den Start. Die vier Deutschen waren für 100m, 300m, 500m, 1.000m und die 4x100m Staffel gemeldet. Unterstützt wurden sie dabei durch die sportbegeisterte Sonderschullehrerin Daniela Vidic und den langjährigen Abteilungsleiter von Blau Gelb Groß-Gerau Speedskating, Oliver Lohr.

Vor Ort in Abu Dhabi gab es einige Helferinnen und Helfer aus Deutschland. Das Organisationskomitee setzte dabei auch auf Henning Roos (Stellvertretender Vorsitzender der DRIV Sportkommission Inline Fitness und Speedskating). Wie auch schon im Jahr 2015 bei den vorangegangenen Weltspielen in Los Angeles unterstützte er als Kampfrichter die Roller Skating Wettbewerbe.

Mit einer großen Eröffnungsfeier am 14. März wurden die Weltspiele eröffnet. Am Tag drauf schon gab es das erste Gold für die deutsche Delegation. Mandy Bauer setzte sich im 1.000m Roller Skating Finallauf gegen Gegnerinnen aus Korea und Niederlande durch.

Neben den sportlichen Wettbewerben konnten die Athletinnen und Athleten sich auch mit der Kultur des Landes vertraut machen. Auf dem Programm standen neben dem Besuch der Scheich Zayid Moschee, welche die achtgrößte weltweit ist, wurde auch die internationale deutsche Schule und eine regionale Schule besucht. „In den zwei Wochen hier in Abu Dhabi sind wir zu einem tollen Team zusammen gewachsen“, sagt Athlet Marcel Matzat etwas wehmütig, als er in den Flieger nach Hause steigt.

Die Platzierungen der deutschen Starterinnen und Starter:
Mandy Bauer, Turbine Halle: 2x Gold (500m, 1.000m), 1x Silber (4x100m Staffel)
Alessandro Gambuzza, Hilda Heinemann Schule Remscheid: 2x Silber (4x100m Staffel, 300m), 1x Bronze (500m)
Stefanie Lutz: 1x Silber (4x100m Staffel), 2x 4. Platz (100m, 300m)
Marcel Matzat, Schwarzwaldwerkstatt Dornstetten: 1x Silber (4x100m Staffel), 4. Platz (500m), 5. Platz (300m)

Die nächsten Special Olympics World Summer Games finden 2023 in Berlin statt. Zuvor werden dort im Jahr 2022 die nationalen Spiele ausgerichtet. In einigen DRIV-Vereinen trainieren bereits Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. Wer mehr über Special Olympics erfahren möchte, kann sich gerne an Oliver Lohr wenden. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Informationen zum deutschen Team der Weltspiele 2019: https://projekte.specialolympics.de/abudhabi2019