Am zweiten Wettkampftag der Inline-Speedskater im polnischen Wroclaw stand zunächst am Vormittag die 500 m-Sprintausscheidung auf dem Programm, im Abendprogramm wurden die kombinierten Punkte- und Ausscheidungsläufe über 10000 m ausgetragen.
Zunächst konnten aber alle, Sportler, Offizielle und Fans, ausschlafen, denn die 1.Runde, die Qualifikationsläufe, wurde gestrichen, so dass es erst um 10.00 Uhr mit den Viertelfinalläufen losging. Dies war nicht gerade günstig für die deutsche Starterin Laethisia Schimek. Die Groß-Gerauerin lief zwar die insgesamt drittschnellste Zeit, da sie jedoch den schwersten Vorlauf (u.a. mit zwei Koreanerinnen und der US-Amerikanerin Jackson) erwischt hatte, schied sie als Dritte ihres Viertelfinallaufes trotzdem aus. Im Gesamtklassement platzierte sie sich durch ihre schnelle Laufzeit noch auf einen beachtlichen 9.Platz. Im Finale siegte bei den Damen Bonechi (Italien) vor Arias (Kolumbien) und Bongiorno (Italien).


Bei den Herren erlebten die begeisterten deutschen Fans dann die beeindruckende Vorstellung von Simon Albrecht. Vorlauf: vom Start weg auf Platz 1, das Rennen stets kontrollierend mit einem Sieg abgeschlossen, Halbfinale; vom Start weg auf Platz 1, das Rennen stets kontrollierend mit einem Sieg abgeschlossen. Und für das Finale müsste jetzt das Gleiche geschrieben werden. Es hört sich einfach an, aber dahinter steckt eine außerordentliche Leistung des Groß-Gerauers. Dreimal in Weltklassefeldern die 500 m vom Start bis ins Ziel beherrscht zu haben, selten gab es einen souveränenen 500 m-Sieger. Mit zwei Goldmedaillen ist Simon Albrecht in der ewigen Medaillenliste der World Games jetzt der zweitbeste deutsche Starter. Nur Anne Titze (2 Gold- und 2 Silbermedaillen 1989 und 1993) steht da noch vor ihm. Aber noch sind die World Games nicht zu Ende und Simon wird noch bei zwei bis drei weiteren Strecken an den Start gehen.

Am Abend griffen dann vor voll besetzten Tribünen, am Wochenende sind die Speedskating-Veranstaltungen ausverkauft, die Langstreckenspezialisten in das Wettkampfgeschehen ein. Bei den Damen startete die Darmstädterin Mareike Thum etwa zu Beginn der zweiten Rennhälfte einen erfolgreichen Ausreißversuch. Mit insgesamt 10 Punkten sah sie bis 5 Runden vor Schluss wie eine sichere Medaillengewinnerin aus. Die deutschen Fans auf der Tribüne waren sich nur nicht einig, ob es Silber oder Bronze wird. Doch dann ließen in dem schweren Rennen die Kräfte nach und die Hauptgruppe konnte wieder aufschließen. In der letzten Runde ging es dann zwischen Mareike und der Taiwan-Chinesin Yang um die Bronzemedaille. Beide hatten 10 Punkte auf ihrem Konto und wer von den beiden zuerst die Ziellinie überquert, hat sich Bronze gesichert. Es gab auf den letzen 100 m ein hartes Duell zwischen den beiden Sportlerinnen, in deren Folge Mareike leider disqualifiziert wurde. Es siegte die Kolumbianerin Arias vor Sandrine Tas aus Belgien und vor Yang. Dadurch ist sie nun für ihre Paradestrecke, der 1.000 m gesperrt. 


Bei den Herren startete Felix Rijhnen gleich zu Beginn des Rennens einen Ausreißversuch, zusammen mit Bart Swings konnte er sich schon einmal drei Punkte sichern. Zu Beginn der zweiten Rennhälfte starteten dann jedoch der Argentinier Kuwada, der Schweizer Wenger und der Mexikaner Paez den alles entscheidenden Vorstoß. Sie erliefen sich so viele Punkte, dass sie in der genannten Reihenfolge die Medaillen erkämpfen konnten. Felix Rijhnen sicherte sich im Schlussspurt nochmals einen Punkt und belegte mit insgesamt vier Punkten den 7.Rang. Die deutschen Fans freuten sich aber auch mit Livio Wenger, denn der sympathische Schweizer ist auch oft in Deutschland am Start, hatte in diesem Jahr u.a. den Europacup in Gera gewinnen können.