Am Anfang des Berichtes soll heute erst einmal ein großes Dankeschön an die polnischen Organisatoren stehen, die es geschafft haben, die vom Unwetter ramponierte Videowand wieder herzurichten. Nur so ist es möglich, die Rennen auf dem 580 m-langen Straßenkurs auch von der Tribüne aus optimal zu verfolgen.

Der Vormittag war wie immer den Sprintern vorbehalten. Dabei stand der 200m-Einzelsprint, der bei der WM inzwischen vom 100 m-Sprint ersetzt wurde, auf dem Programm. Die 200 m-Strecke hatte es dabei durchaus in sich, u.a. muss eine Rechts-Links-Schikane möglichst ohne Geschwindigkeitsverlust passiert werden.

Bei den Damen gingen Laethisia Schimek und Josie Hofmann an den Start. Die 20-jährige Geraerin, die nur für die Straßenwettbewerbe nominiert ist, erlebte ihre World Games Premiere. Sprintspezialistin Laethisia Schimek verpasste dabei nur hauchdünn einen Platz im Finale. Von Platz 10 bis 15 wurden alle Sportlerinnen mit einer Zeit 19,7 s registriert, da mussten die Hundertstelsekunden entscheiden. Und die waren in diesem Fall nicht auf der Seite der Deutschen, so dass Laethisia Schimek mit ihrer Zeit von 19,791 s den 15.Platz belegte. Langstreckenspezialistin Josie Hofmann belegte im Feld der insgesamt 23 Starterinnen den 18.Rang mit einer Zeit von 20,273 s. Anschließend trugen die Herren ihre 200 m-Qualifikation aus. Die große deutsche Hoffnung, Simon Albrecht, war natürlich dabei. Er sprintete die 200 m in einer Zeit von 17,252 s, dies bedeutet vorerst den 7.Platz.

Im Finale der Damen siegte dann die Qualifikationserste, die Chilenin Moya. Silber ging an Chen aus Taiwan und Bronze gewann die Koreanerin An. Diese hatte sich vom 8.Platz in der Qualifikation noch auf den Bronzerang vorkämpfen können. Dieses Beispiel sollte Simon Albrecht Mut machen.

Er war dann auch im Finale mehr als drei Zehntelsekunden schneller als in der Qualifikation. 16,907 s wurden für den Groß-Gerauer registriert, der damit natürlich erst einmal die Führung übernahm. Dann begann das große Warten und Zittern, bei Simon und bei allen deutschen Fans auf der Tribüne. Skater um Skater verfehlten die von Simon vorgelegte Zeit und so stand, nachdem Le Pivert als drittvorletzter Starter auch langsamer war, fest, dass Simon Albrecht seinen dritten Medaillengewinn bei den diesjährigen World Games sicher hatte. Nur der vorletzte Starter, der Spanier Ioseba Fernandez war dann um die Winzigkeit einer Hundertstelsekunde schneller. Nach zweimal Gold nun also Silber für Simon Albrecht, er zählt zu den herausragenden Athleten der 10.World Games!

Am Nachmittag standen dann die 20000 m-Ausscheidungsläufe auf dem Programm, die zum Glück noch vor dem später einsetzenden Regen abgeschlossen werden konnten. Die Felder waren durch die nur für die Straße qualifizierten Sportler wesentlich größer als bei den Bahnrennen. So kam es bei den Rennen über 34 Runden auch schon ab der Runde 32 zur jeweils ersten Ausscheidung. Bei den Herren gab es sogar etliche Doppelausscheidungen.

Bei den Damen gingen für Deutschland Mareike Thum und Josie Hofmann an den Start. Bereits nach 2 Runden wurde dabei Josie Hofmann in einen größeren Sturz verwickelt. So verlor sie zunächst den Anschluss an das Hauptfeld. Obwohl von Sturz gezeichnet (wie auf der Videowand und wohl auch im TV deutlich zu sehen war), schaffte sie mit einer Energieleistung wieder den Anschluss an das Feld. Erst in Runde 12 fiel sie der Ausscheidung zum Opfer und erreichte einen guten 11.Platz. Mareike Thum war da natürlich noch gut im Rennen. Wie schon am Vortag entging sie auch auf dem Straßenkurs sehr souverän allen Ausscheidungen. Zwei Runden vor Schluss waren dann noch zwei Kolumbianerinnen, eine Taiwan-Chinesin, Sandrine Tas und Mareike im Rennen. Die Kolumbianerin Viveros siegte schließlich vor Sandrine Tas und vor Mareike Thum. Die Darmstädterin konnte sich so schon über ihre zweite Bronzemedaille bei diesen World Games freuen.

Nach seiner Energieleistung vom Vortag war es für Felix Rijhnen im Herrenrennen erwartungsgemäß sehr schwer. Auch er musste diesmal in Runde 12 ausscheiden und erreichte so den 11.Platz. Im Finish holte sich Bart Swings dann endlich seine Goldmedaille. Silber ging an Daniel Niero aus Italien und Bronze gewann der Spanier Patxi Peula. Bei den Herren gab es also bei beiden Entscheidungen des heutigen Wettkampftages komplett europäische Siegerpodeste.