Letzer Wettkampftag im Inline-Speedskating im Rahmen der World Games auf dem 580 m-langen Straßenkurs im polnischen Wroclaw. Die Zuschauer hatten in ihrem Reisegepäck kramen müssen, denn die Sonnencreme musste durch wärmende Pullover ersetzt werden. Aber alle Rennen konnten bei letztlich trockener Witterung ohne Probleme ausgetragen werden. Wie immer waren zunächst die Sprinter mit der 500 m-Sprintausscheidung an der Reihe. Laethisia Schimek siegte in ihrem Vorlauf und auch Mareike Thum erreichte durch einen zweiten Platz sicher das Viertelfinale. Josie Hofmann traf mit Bonechi (Italien) und Factos (Ecuador) auf zwei Sprintspezialistinnen und musste so als Dritte ihres Laufes ausscheiden. Andere hatten es in ihren Vorläufen einfacher, eine Koreanerin war in ihrem Lauf sogar die einzige Starterin.

Im Viertelfinale erwischte Laethisia Schimek zwar den besten Start, sie lag auch lange Zeit in Führung, doch dann musste sie ihre Kontrahentinnen passieren lassen und schied als Vierte in ihrem Lauf aus. Genau anders machte es Mareike Thum. Als eigentliche Langstrecklerin war sie am Start zunächst Vierte, im Ziel schaffte sie dann als Zweite den Einzug in das Halbfinale. Ein ähnliches Bild ergab sich dann auch im Halbfinale, so dass sie den Einzug in das Finale sicher hatte.

Bei den Herren schaffte es Simon Albrecht erwartungsgemäß auch in das Finale, wenn auch mit anderer Renntaktik als auf der Bahn, diesmal agierte er meist auf der zweiten Position laufend.

Zwei 500 m-Finals mit je einem deutschen Starter – da war die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Medaillengewinns für Deutschland recht groß. Etliche Experten auf der Tribüne räumten Simon Albrecht die größeren Chancen ein, doch wie so oft kam alles anders.

Mareike Thum traf in ihrem Finale auf Cheng (Taiwan), Berbel Alt (Kolumbien) und auf Bonechi (Italien). Wie schon in den Läufen zuvor, nach dem Start war sie noch Vierte, doch dann kämpfte sie sich Position um Position nach vorn. Im Ziel konnte sie dann jubeln – endlich war der ersehnte Titel da! Silber gewann Cheng, Bronze ging an Berbel Alt. Im Gesamtklassement wurde Laethisia Schimek 14. und Josie Hofmann 19.

Bei den Herren war Simon Abrecht nach dem Start auch Vierter, doch er schaffte es nicht weiter nach vorn, auch wenn er alles probierte. Aber nach 2 Gold- und einer Silbermedaille lässt sich auch ein vierter Rang sicherlich leichter verschmerzen. Es siegte Le Pivert (Frankreich) vor Estrada (Kolumbien), Bronze ging an Guzman aus Venezuela.

Nur reichlich 30 Minuten nach dem 500 m-Finale und der erlaufenen Goldmedaille ging Mareike Thum schon wieder an den Start. Diesmal stand das abschließende Punkterennen über 10000 m an. Mareike Thum wurde dabei im Rennen unterstützt durch Josie Hofmann und durch Latehisia Schimek, die für die Darmstädterin auch Punktesprints anziehen konnten. Insgesamt 5 Punkte konnte sich Mareike Thum erlaufen, dies brachte ihr den 5.Platz ein. Josie Hofmann wurde 17. Und Laethsia Schmek 21. Es siegte Arias (Kolumbien)vor Tas (Belgien) und vor Viveros (Kolumbien).

Bei den Herren war das Punkterennen wieder ein extrem schnelles Rennen. Am Tag zuvor hatte Bart Swings über 20000 m sogar den offiziellen Weltrekord unterbieten können. Auch dieses Mal siegte der Belgier, Silber ging Daniel Niero aus Italien, Bronze ging an Bojanos aus Ecuador. Felix Rijhnen konnte sich ebenfalls drei Punkte sichern und wurde auf dem 9.Platz registriert. Selbst Sprintass Simon Albrecht war am Start, er konnte das Rennen allerdings nicht beenden.

3 * Gold, 2 * Silber, 2 * Bronze – Deutschland landet hinter Kolumbien und Belgien auf dem 3.Platz des Medaillenspiegels. Eine herausragende und so bislang nie dagewesene Leistung. Dabei waren bei den World Games fast alle Asse am Start, Die Liste der Starter, die schon WM-Titel und WM-Medaillen in den letzten Jahren gewinnen konnten war lang, dies lässt das deutsche Abschneiden sogar noch euphorischer betrachten.

Während für die deutschen Sportler heute noch der Empfang im deutschen Konsulat auf dem Programm steht, können die Fans sich jetzt auch einmal anderen Sportarten zuwenden. Wie persönlich schon geschehen, im Faustballfinale konnten wir den deutschen 4:3 Sieg über die Schweiz nach spannendem Spielverlauf bejubeln.

Uwe Berg