Training mit argentinischen Speedskatern

Heute erreichten uns neue olympische Zeilen von Jan und Angelina aus Argentinien. Die Rennen der Speedskater sind nach drei Disziplinen nun in die Geschichtsbücher eingegangen, wie genau dies Angelina als Sportlerin und Jan als Projektcoach erlebten, lest gern selbst

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Auch am zweiten Wettkampftag strahlte die argentinische Frühlingssonne wieder mit voller Kraft. Beeindruckend, wo doch der Oktober eigentlich der regenreichste Monat hier ist. Heute standen mit den 500m-Sprintläufen die dritte und letzte Strecke im Mehrkampf auf dem Programm. Im Vorlauf musste man Platz 1 oder 2 belegen um ins Halbfinale einzuziehen. Angelina gelang es trotz eines guten Starts leider nicht eine ihrer Kontrahentinnen aus Chile und Taiwan am Kurveneingang hinter sich zu lassen. Damit blieb ihr nur die Verfolgerposition und das Hoffen auf einen Fehler der anderen. Leider ergab sich keine Chance mehr, was das Aus für Angelina bedeutete. Am Ende belegte sie über 500m den 12. Platz. Die folgenden Halbfinals und Finals waren an Spannung kaum zu übertreffen, ging es in der Gesamtwertung doch extrem knapp zu, sodass jeder Punkt zählte.

Die Zuschauer auf der vollbesetzten Tribüne sahen dann bei den Damen den dritten Sieg auf der dritten Strecke für die überlegene Kolumbianerin Gabriela Rueda. Dahinter belegten mit gleicher Gesamtpunktzahl Honorine Barrault (FRA) Platz 2 und Giorgia Valanzano (ITA) Platz 3. Bei den Herren siegte ebenfall Kolumbien mit Jhony Angulo, Platz 2 belegte Vincenzo Maiorca (ITA) und Bronze gewann Merijn Scheperkamp (NED).

Angelina belegte in der Endabrechnung den 9. Platz. Auch wenn die Erwartungen und Hoffnungen damit nicht ganz erfüllt wurden, kann sie sehr stolz auf sich sein und schreibt Geschichte, als erste deutsche Inline-Speedskaterin, die an Olympischen (Jugend-)Spielen teilnehmen konnte. Das war Spitze!

Am Abend wurde Angelina vom Team Deutschland hierfür mit dem DOSB-Tagespreis als „Buenos Idol“ ausgezeichnet. Eine große Ehre und vor allem eins, wohlverdient!

Auch Morgen danach mussten Jan und Angelina nochmal zeitig aus den Federn und den Bus zur Skate-Bahn nehmen. Für die Speedskater war der sogenannte „Focus Day“ angesetzt. Dieser ist Teil des „Learn and Share-Programms“ und zugleich für alle Athleten der jeweiligen Sportart Pflicht. Der Ablauf wird dabei vom entsprechenden Weltverband festgelegt und begleitet.
Erster Punkt auf dem Tagesplan waren die Präsentationen der beiden „Athlete Role Models“ unserer Sportart. Zunächst stellte die aus Argentinien kommende 11fache Weltmeisterin Andrea Gonzales sich und den Verlauf ihrer Kariere vor, dann folgte die Präsentation des kolumbianischen Weltmeisters Andres Munoz. Beide Sprachen über Höhen und Tiefen in ihrer Laufbahn und die Motivation, immer wieder hart zu arbeiten, um seine Ziele zu erreichen.

Im Anschluss daran wurde ein kurzes Skatetraining mit etwa 30 einheimischen Sportlern durchgeführt. Hierbei stand der Spaß im Vordergrund und die argentinischen Athleten hatten die Chance, ihre Stars, die jungen Olympioniken, hautnah zu erleben und ihre gemeinsame Leidenschaft, das Skaten, miteinander zu erleben.

Nach dem Mittag ging es zurück ins „Dorf“, wo noch zwei Vorträge, über Anti-Doping und Motivation, gehört wurden. Das "Pflichtprogramm" ist damit weitestgehend erlebt,  sodass die verbleibenden Tage dazu genutzt werden, diese riesige Stadt etwas kennenzulernen und natürlich Team Deutschland bei zahlreichen anderen Sportarten als Fans zu unterstützen.

Präsentation athlete role models - Andrez Munioz